17. Oktober 2005

Deutsche Finanzwirtschaft: EU-Integration der Hypothekarkredite über Wettbewerb fördern

Die deutsche Finanzwirtschaft macht sich für eine engere Verzahnung der europäischen Hypothekarkreditmärkte stark. In einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der EU-Kommission betonen der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Verband der Privaten Bausparkassen allerdings, dass eine stärkere Integration vom Wettbewerb ausgehen müsse und nicht über gesetzlich verordnete Produktstandardisierungen geschehen dürfe.

„Eine erzwungene Standardisierung führt nicht zu mehr Verbraucherrechten, sondern nur dazu, die kundenspezifische Ausgestaltung der Hypothekarkredite in Europa zu erschwe-ren“, so die Finanzwirtschaft. Von Produktvielfalt könne dann in Europa keine Rede mehr sein, der Kunde würde in seiner Wahlfreiheit empfindlich eingeschränkt. Den größten Mehrwert eines voll integrierten europäischen Hypothekarkreditmarktes – dies zeige auch eine von der EU-Kommission selbst in Auftrag gegebene Studie des britischen Bera-tungsunternehmens London Economics – bringe eine möglichst hohe Produktvielfalt und -verfügbarkeit für den Verbraucher.

Die im ZKA vertretenen Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft, die Versicherer und die Bausparkassen sprechen sich zudem dagegen aus, den erfolgreichen freiwilligen Verhaltenskodex über die Informationspflichten der Banken an ihre Kunden per Gesetz festzuschreiben. „Nur mit dem Kodex gelingt es, flexibel auf nationale Gegebenheiten zu reagieren, und die Vielfalt europäischer Finanztraditionen abzubilden.“ Der Verhaltenskodex müsse im Sinne dieser Flexibilität seinen freiwilligen Charakter bewahren.

Entscheidendes Antriebsmittel der weiteren Integration der Realkreditmärkte dürfe und könne nur der Wettbewerb sein, so die Finanzwirtschaft. Dreh- und Angelpunkt sei dafür, einen effizienten und liquiden europäischen Hypothekenzweitmarkt zu schaffen. Daneben sei ein Rechtsrahmen für effizienten Portfoliohandel, die erleichterte Abtretbarkeit von dinglichen Sicherheiten sowie die Einführung einer paneuropäischen Grundschuld für die weitere Integration nützlich.


Ansprechpartner:

Heiner Herkenhoff
für den Zentralen Kreditausschuss
Bundesverband deutscher Banken e.V.,
Tel.: 0 30/16 63-12 00

Gabriele Hoffmann
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft,
Tel.: 0 30/20 20-51 10

Andreas Zehnder
Verband der Privaten Bausparkassen,
Tel.: 0 30/59 00 91-5 12

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