8. April 2014

Deutsche Kreditwirtschaft: Bundeskartellamt lässt zukunftsweisende Entgeltsystematik im electronic cash-System zu

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich mit dem Bundeskartellamt auf die Einführung einer neuen, zukunftsweisenden und marktorientierten Entgeltsystematik für Kartenakzeptanten beim Einsatz der girocard (früher ec-Karte) im electronic cash-System innerhalb Deutschlands verständigt. Die erzielte Einigung ist sehr zu begrüßen, da sie sicherstellt, dass die Deutsche Kreditwirtschaft Handel und Verbrauchern weiterhin effiziente und sichere Kartenzahlungen zu attraktiven Bedingungen anbieten kann.

Künftig werden alle Händlerentgelte für die von den Kartenausgebern erbrachten Zahlungsgarantien im electronic cash-/girocard-System zwischen den kartenherausgebenden Banken und Sparkassen sowie den Kartenakzeptanten, wie zum Beispiel dem Einzelhandel, vorab bilateral ausgehandelt. Die Beteiligten sind dabei nicht verpflichtet, diese Entgeltverhandlungen selbst zu führen. Vielmehr können sie dabei auch sogenannte Konzentratoren zwischenschalten, wie beispielsweise Netzbetreiber. Die derzeit teilweise noch angewandten einheitlichen Händlerentgelte sollen bis spätestens Ende Oktober 2014 in die neue Entgeltsystematik überführt werden. 
 
Das von der Deutschen Kreditwirtschaft betriebene electronic cash-System ist damit auch in Zukunft marktorientiert aufgestellt. Dann ist electronic cash das einzige kreditwirtschaftliche Kartenzahlungssystem in Europa, das ohne vom Systembetreiber einseitig festgelegte Händlerentgelte auskommt.
 
Das Beispiel des electronic cash-Systems zeigt, dass sich marktgerechte Preise für die vom Kartenherausgeber gegenüber dem Kartenakzeptanten erbrachte Garantieleistung  effizient und zielgerichtet über den Wettbewerb bilden. Staatliche Eingriffe in diesen marktwirtschaftlichen Preisbildungsmechanismus lehnt die Deutsche Kreditwirtschaft daher strikt ab und damit auch die Pläne der EU-Kommission, die in einem Verordnungsentwurf vorgeschlagen hat, auf europäischer Ebene die Höhe der Interbankenentgelte beim Kartenzahlungsverkehr regulatorisch zu begrenzen. 
 
Hintergrund:
Das von der Deutschen Kreditwirtschaft betriebene electronic cash-System ist das marktführende kartengestützte Bezahlverfahren mit der girocard (früher ec-Karte) in Deutschland.  Mit etwa 95 Millionen girocard-Karten wurden im Jahr 2013 rund 2,5 Milliarden Transaktionen mit einem Volumen von über 130 Milliarden Euro abgewickelt. Das entspricht einem Marktanteil von über 20 Prozent  am Einzelhandelsumsatz in Deutschland. Das electronic cash-Verfahren ist auch das bei den Verbrauchern beliebteste Kartenbezahlverfahren in Deutschland. Entscheidend dafür sind die Sicherheit, die Geschwindigkeit und der gewährleistete Datenschutz.

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