5. September 2006

Europaweite Kartenzahlungen rücken einen Schritt näher

Die Euro Alliance of Payment Schemes wird Realität

 
Kunden europäischer Banken können ihre Zahlungskarten in anderen europäischen Ländern bald genauso einfach einsetzen wie in ihrem Heimatland. Dieses Ziel haben sich wichtige europäische Kartenzahlungssysteme, die gemeinsam die Mehrheit der Kartenzahlungen in Europa bilden und jetzt die Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS) gegründet haben, auf die Fahnen geschrieben. Die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) vertretenen Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft gehören zu den Gründungsmitgliedern. Vorstände und Geschäftsführungen dieser Kartenzahlungssysteme einigten sich gestern Abend in der wegweisenden „Wiesbadener Erklärung“ auf wichtige Prinzipien der künftigen Zusammenarbeit, um die Schaffung eines neuen Angebots für innereuropäische Kartenzahlungen zu erleichtern. Für Banken, Handel und Karteninhaber bringt die Allianz bedeutende zusätzliche Vorteile.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Anbieter folgender Kartenzahlungssysteme:
 

  • „electronic cash“ und „Deutsches Geldautomaten-System“, Deutschland (vertreten durch den ZKA)
  • „Eufiserv“, Europäisches Geldautomaten-System mit Sitz in Brüssel
  • „Euro 6000“, Spanien
  • „Link“, Großbritannien
  • „Multibanco“, Portugal
  • „PagoBancomat“ und „Bancomat“, Italien


Basis des neuen pan-europäischen Zahlungsverbunds ist die gegenseitige Akzeptanz von Zahlungskarten, so dass die Europäer ihre nationalen Zahlungskarten europaweit über nationale Grenzen hinweg benutzen können.
Erste technische Piloten zwischen den Gründungsmitgliedern werden noch in diesem Jahr verwirklicht und im Laufe des Jahres 2007 sukzessive ausgebaut.

Die Nutzung der bestehenden, effizienten Infrastrukturen der beteiligten Zahlungssysteme und ihrer Mitgliedsbanken wird es ermöglichen, dem Einzelhandel und den Verbrauchern schnell und kosteneffizient leistungsfähige Zahlungsprodukte anzubieten.

Auf Betreiben des ZKA wird die Euro Alliance of Payment Schemes die Attraktivität von electronic cash weiter steigern. Als Mitglied der Allianz wird die deutsche Kreditwirtschaft Händlern im electronic cash-System künftig eine deutlich breitere Kartenbasis zu denselben, günstigen Konditionen wie heute die deutschen Debitkarten anbieten können. Dies wird die positive Entwicklung der Transaktionszahlen bei electronic cash verstärken und die Position von electronic cash im In- und Ausland deutlich verbessern. Die Arbeiten zur Schaffung der Euro Alliance sind nach Ansicht des ZKA ein wesentlicher Bestandteil der Strategie, das electronic cash-System auf die Anforderungen der Single Euro Payments Area vorzubereiten. Die deutsche Kreditwirtschaft steht kurz vor dem Abschluss einer Reihe von Verträgen, um die ersten Anwendungen in der Praxis bereits zum Ende des Jahres zu starten.

Wichtiger Schritt zur Single Euro Payments Area (SEPA)

Eine solche pan-europäische Lösung liefert einen grundlegenden Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes für Zahlungsverkehrsprodukte, wie er von Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank gefordert wird.

Die Gründer der EAPS laden alle Kartenzahlungssysteme, die sich den Zielen und Prinzipien der Single Euro Payments Area (SEPA) verpflichtet fühlen, ein, gemeinsam innerhalb der Allianz zu arbeiten. Auch Vertreter von Zahlungssystemen, die sich noch nicht auf eine konkrete Strategie zur Umsetzung des SEPA festgelegt haben, können sich der Allianz anschließen oder sich an der gemeinsamen Arbeit als Gast beteiligen. Erster Gastteilnehmer ist „Interpay“ aus den Niederlanden.


Ansprechpartner:

Melanie Schmergal
für den Zentralen Kreditausschuss
Bundesverband der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.,
Tel.: 030/2021-1320

Heiner Herkenhoff
Bundesverband deutscher Banken e.V.,
Tel.: 030/1663-1200

Dr. Stephan Rabe
Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e.V.,
Tel.: 030/8192-160

Stefan Marotzke
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.,
Tel.: 030/20225-5110

Dr. Helga Bender
Verband deutscher Pfandbriefbanken e. V.
Tel.: 030/20915-330

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