10. Dezember 2015

Finanzmarktwächter-Untersuchung der Verbraucherzentrale ist irreführend und nicht transparent

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hält die heute veröffentlichten Ergebnisse einer Sonderuntersuchung des „Marktwächters Finanzen“ der Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) für irreführend. Danach sollen angeblich 95 Prozent der den Verbrauchern aktuell angebotenen Verträge nicht oder nur teilweise dem Bedarf der Verbraucher entsprechen.

Aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft greift die Untersuchung in zahlreichen Punkten zu kurz: Bereits der im Ausgangspunkt gewählte Begriff der „Bedarfsgerechtheit“ ist nicht eindeutig und birgt das Risiko, dass beliebige Ergebnisse erzielt werden.

Auch der vzbv hat die Schwierigkeit der Ermittlung der Bedarfsgerechtheit erkannt, die an eine Vielzahl objektiver und subjektiver Kriterien geknüpft ist. Der vzbv begegnet dieser komplexen Fragestellung mit verkürzten Antworten, die teilweise auf pauschalen Voreinstufungen einzelner Produktgruppen beruhen. Die Ergebnisse stehen außerdem im deutlichen Gegensatz zu repräsentativen Erhebungen Dritter  zur Kundenzufriedenheit mit Beratungsleistungen von Banken und Sparkassen.

Banken und Sparkassen sind auf zufriedene Kunden angewiesen. Nicht zuletzt aus diesem Grund regt die Deutsche Kreditwirtschaft an, Untersuchungen des „Marktwächters Finanzen“ zukünftig an transparenten, empirisch belastbaren Bedingungen auszurichten. Ansonsten gerät das mit Einrichtung des Finanzmarktwächters verfolgte Ziel der Stärkung des Verbraucherschutzes in den Hintergrund und wird von interessenpolitischen Erwägungen überlagert.

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