Bargeld

Für die Bargeldlogistik in Deutschland haben sich in den letzten Jahren wesentliche gesetzliche und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen verändert. Die Ausdünnung der Filialstruktur der Deutschen Bundesbank, der Verdrängungswettbewerb im Bereich der Wertdienstleister und die Umsetzung zahlreicher regulatorischer Anforderungen können hier beispielhaft genannt werden. Als Reaktion darauf befindet sich der Markt für die Bargeldversorgung in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess mit geänderten Strukturen und steigenden Kosten bei der Bargeldversorgung.

Die Deutsche Kreditwirtschaft misst dem Bargeld eine ebenso hohe Bedeutung bei wie die Deutsche Bundesbank und befürwortet ebenfalls einen intensiven Dialog mit allen Marktakteuren. Vor diesem Hintergrund gilt es, Empfehlungen und Maßnahmen aufzuzeigen, die angesichts der Digitalisierung des Bankgeschäfts und neuer regulatorischer Rahmenbedingungen weiterhin eine sichere und möglichst effiziente Bargeldversorgung durch die deutschen Kreditinstitute erlauben. Die Optimierung der Prozesse und Verfahren kann nur im Dialog zwischen allen Bargeldakteuren und mit dem Gesetzgeber gelingen.

Zur Diskussion um die Sicherheit von Geldautomaten

Mit etwa 60.000 Geldautomaten stellen Banken und Sparkassen die Bargeldversorgung in Deutschland flächendeckend sicher. Dabei legen sie selbstverständlich großen Wert darauf, Menschen und Werte zu schützen. Gezielt umgesetzt werden bewährte organisatorische, bauliche und sicherheitstechnische Schutzmaßnahmen, die stets der aktuellen Bedrohungslage vor Ort entsprechend angepasst werden. Ein in diesem Zusammenhang diskutiertes pauschaliertes und einheitliches Sicherheitskonzept für alle Banken und Sparkassen erscheint aufgrund der individuellen Gefährdungslage der unterschiedlichen Standorte weder zielführend noch sinnvoll. Um den Schutz vor Angriffen auf Geldautomaten bereits im Vorfeld vorzubeugen, bedarf es weiterführender flankierender Maßnahmen. Neben den zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen der Institute der Deutschen Kreditwirtschaft ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden zwingend notwendig. Weitere Fahndungserfolge der Polizei und hoher Verfolgungsdruck sind daher wesentliche Elemente eines notwendigen, ganzheitlichen Schutzkonzeptes.

Zur Diskussion rund um eine mögliche Abschaffung des Bargelds

Mehr als die Hälfte aller Waren und Dienstleistungen wird heute noch bar bezahlt, obwohl den Bürgern bereits seit Jahrzehnten bargeldlose Bezahlverfahren angeboten werden. Alles deutet darauf hin, dass Bargeld auf absehbare Zeit auch weiterhin Bestand haben wird, auch wenn es effizientere Zahlungsverfahren gibt. Ob eine Beschränkung von Barzahlungen im Handel und unter den Bürgern wünschenswert und sinnvoll ist, muss die Politik entscheiden. Hierbei ist in hohem Maße die Handlungsfreiheit der Bürger beim Umgang mit ihrem Geld zu berücksichtigen. Entsprechendes gilt für die Abschaffung der 500-Euro-Banknote. Auch über die weitere Verwendung von 1- und 2-Cent-Münzen in Deutschland haben letztendlich Handel und Verbraucher zu entscheiden. Die Deutsche Kreditwirtschaft wird sich auch künftig bei der Bargeldversorgung am Bedarf ihrer Kunden ausrichten.

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